Nur wer sich wohlfühlt, kann seine Arbeit in optimaler Effizienz und mit den bestmöglichen Ergebnissen verrichten. Und wann fühlt man sich wohl? Richtig: Wenn der Körper in einer entspannten Haltung ist, nichts wehtut und man sich dadurch voll und ganz auf seine Aufgaben konzentrieren kann. Damit das gelingt, benötigt es vor allem eine Sitzgelegenheit im Büro oder auch im Homeoffice, die den Körper nach ergonomischen Gesichtspunkten unterstützt. Wir zeigen, worauf dabei genau zu achten ist.
Was ist Ergonomie?
Das Wort Ergonomie setzt sich aus den griechischen Wörtern „ergo“ („Arbeit“ im Sinne einer Tätigkeit, ein Ziel zu erreichen) und „nomos“ („Gesetz“, „Regel“) zusammen. Das zentrale Ziel der Ergonomie am Arbeitsplatz ist also das Bereitstellen von Bedingungen, die einem Menschen ermöglichen, seine Arbeitsaufgabe optimal zu erfüllen.
Lange Zeit wurde der optimalen Gestaltung des Arbeitsplatzes aus ergonomischen Gesichtspunkten wenig Beachtung geschenkt. Die Erkenntnis, dass bessere Arbeitsbedingungen Hand in Hand gehen mit einer höheren Effizienz eines Büroarbeiters, setzte sich erst im Laufe der letzten Jahrzehnte durch. Das Ausschalten von negativen Einflussfaktoren auf die Leistungsfähigkeit des Menschen zählt heutzutage zu den primären Zielen, die mit einer Steigerung der Ergonomie am Arbeitsplatz verfolgt werden.
In einem modernen, ergonomischen Büro sind alle Komponenten darauf ausgerichtet, bestmögliche Arbeitsbedingungen zu schaffen. Zu beachten sind nicht nur ergonomische Aspekte bei Büromöbeln (Bürotisch, Bürostuhl etc.), sondern auch Lichtverhältnisse, Geräuschaufkommen, klimatische Verhältnisse, Farbgestaltung, elektronische Komponenten (Monitor sowie Eingabegeräte wie Maus und Tastatur), die Büroraumgestaltung oder auch die Software. Eine isolierte Betrachtung dieser Aspekte reicht bei weitem nicht aus, jedoch hat die Betrachtung der Ergonomie von Bürostühlen eine besonders wichtige Bedeutung.
Individuelle Präferenzen beim Sitzen – Anforderungen an die Einstellmöglichkeiten eines ergonomischen Bürostuhls
Um als ergonomisch eingestuft werden zu können, muss ein Bürostuhl zahlreiche Kriterien erfüllen. Eine wichtige Komponente dabei ist die Einhaltung von Mindestanforderungen an die Einstellmöglichkeiten des Bürostuhls. Die Möglichkeiten zur Individualisierung der Sitzposition je nach den Bedürfnissen des Benutzers können bei einem ergonomischen Bürostuhl gar nicht genügend sein. Zu den wichtigsten Einstellmöglichkeiten zählen:
- Höhenverstellbare Sitzfläche: Die Sitzfläche muss in der Höhe verstellbar sein, um mit den Fußsohlen vollständig den Boden berühren zu können. Nur so kann sich der Körper beim Sitzen entspannen.
- Höhenverstellbare Armlehnen: In der Höhe justierbare Lehnen sowie eine veränderbare Weite zwischen den Lehnen sorgen für bequemes Auflegen der Arme.
- Änderung der Sitzneigung: Dies muss in Abhängigkeit von der Sitzposition möglich sein.
- Bewegliche Sitzfläche: Möglichkeit des Verschiebens der Sitzfläche nach vorne bzw. nach hinten, um die Auflagefläche für besonders große oder kleine Menschen anzupassen.
- Verstellbare Höhe der Rückenlehne: So kann der Stuhl den Rücken und den ganzen Oberkörper optimal stützen.
- Möglichkeit des Arretierens der Rückenlehne: Ein gelegentliches Nicht-Anlehnen kann damit gefördert werden.
- Offener variabler Sitzwinkel: Ein veränderbarer Winkel zwischen Sitzfläche und Rückenlehne unterstützt die Bewegung des Körpers.
Diese Liste stellt nur eine Auswahl der Optionen zur Individualisierung der Sitzposition dar. Weitere Kriterien besitzen je nach persönlichen Wünschen unterschiedliche Bedeutung.
Sonderformen ergonomischer Bürostühle
Neben dem herkömmlichen Bürostuhl mit mehr oder weniger ergonomischen Funktionen gibt es spezielle Stuhlformen, welche die Ergonomie noch besser unterstützen.
Der Thronstuhl
Ergonomische Thronstühle besitzen eine große und breite Sitzfläche sowie eine besonders hohe Rückenlehne. Dadurch unterstützen sie den Körper optimal und ermöglichen eine sehr bequeme Sitzhaltung, auch über viele Stunden. Die Blutzufuhr in den unteren Extremitäten wird nicht eingeschränkt, zudem ist es möglich, sich auf dem Stuhl zu bewegen und immer wieder veränderte Sitzpositionen einzunehmen. Allerdings sind die Einstellmöglichkeiten meist recht eingeschränkt.
Der Sitzhocker
Ein Sitzhocker, häufig mit beweglichem Standfuß oder als Pendelhocker konzipiert, fördert gezielt das sogenannte dynamische Sitzen. Da eine stützende Rückenlehne fehlt, muss der Körper das Gleichgewicht selbstständig halten. Dies aktiviert permanent die tiefliegende Rücken- und Rumpfmuskulatur, was wiederum die Wirbelsäule stabilisiert und die Haltung aufrichtet. Ständige kleine Bewegungen halten zudem die Bandscheiben elastisch, da sie besser mit Nährstoffen versorgt werden, und beugen starren Muskelverspannungen im Nackenbereich vor.
Der Sitzball
Der Sitzball gilt als Klassiker für aktives Arbeiten und fordert den Körper durch seine instabile, runde Form permanent heraus. Um nicht wegzurollen, muss man immer wieder minimale Ausgleichsbewegungen mit dem Becken ausführen. Dieses sanfte Balancieren stärkt die Bauch- und Rückenmuskulatur und entlastet den Lendenwirbelbereich. Ein starrer Rundrücken wird durch die elastische Oberfläche effektiv verhindert, da der Körper intuitiv eine aufrechte Position sucht. Durch das permanente, leichte Wippen werden zudem der Kreislauf angeregt und die Konzentration gefördert.
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